Über
Der vom transla-Projekt angebotene Fortbildungskurs für Lehrer bietet eine Reihe von Aktivitäten, die Lehrern dabei helfen, mehrsprachige Kinder und ihre Eltern einzubeziehen und die Zusammenarbeit mit der Schule zu Hause zu verbessern
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Die Pädagogik
Projekt
Die Pädagogik
Mit dem neuen Gesetz von 2017 wurde die mehrsprachige Bildung obligatorisch. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der Förderung der luxemburgischen Sprache, dem Heranführen der Kinder an die französische Sprache und der Wertschätzung ihrer Herkunftssprachen. Daher ist es notwendig, die Lehrkräfte dabei zu unterstützen, einen konstruktiven Umgang mit den alltäglichen mehrsprachigen Praktiken der Kinder zu finden, insbesondere in den entscheidenden Vorschuljahren. Die Translanguaging-Pädagogik baut auf vielfache Weise darauf auf, dass Kinder, die über sprachliche Vielfalt verfügen, ihr gesamtes sprachliches Repertoire nutzen. Translanguaging bedeutete eine kognitive, sprachliche und sozio-emotionale Einbindung der Kinder, um so ihr Lernen, ihre Leistungen und ihre Identität zu stärken. Das vorliegende Projekt setzt auf eine partnerschaftliche Forschung, die darauf hinauszielt: (1) Vorschullehrern eine Fortbildung zum Thema Translanguaging anzubieten, um sie bei der Gestaltung ihrer mehrsprachigen Unterrichtspraktiken zu unterstützen, (2) die Zusammenarbeit zwischen Elternhaus und Schule durch die aktive Einbindung der Familien der Kinder zu fördern und (3) die kognitive, sprachliche und sozio-emotionale Einbindung der Kinder im Unterricht zu stärken. Das Programm umfasst 8 Einheiten zu den Themen mehrsprachiger Unterricht, Zusammenarbeit von Elternhaus und Schule, mehrsprachiges Gehirn und sprachenübergreifender Transfer, sprachliche Fertigkeiten (Oracy), Lese- und Schreibfähigkeit sowie die eigenen Erfahrungen von Lehrkräften mit der Translanguaging-Pädagogik.
Um die Wirksamkeit des Lehrgangs zu beurteilen und das erste Ziel zu erreichen, haben 40 Lehrkräfte an den Fokusgruppen teilgenommen und den Fragebogen vor und nach dem sechsmonatigen Lehrgang (Juni – Dezember 2019) ausgefüllt. Um das zweite Ziel, die Zusammenarbeit zwischen Elternhaus und Schule, zu untersuchen, befragten wir 17 Eltern. Um die kognitiven, sprachlichen und sozio-emotionalen Fertigkeiten der Kinder zu untersuchen, wurden 23 Kinder im Laufe eines Jahres insgesamt dreimal einem Test unterzogen, bei dem die frühen Lese-, Schreib- und Rechenfähigkeiten auf Luxemburgisch und in ihrer Herkunftssprache geprüft wurden. Darüber hinaus füllten die Lehrkräfte einen Fragebogen zur sozio-emotionalen Entwicklung und zum Verhalten der Kinder aus. Das zweite Ziel wurde anhand von Videoaufzeichnungen der Unterrichtseinheiten, die von von ausgewählten Lehrerkräften in ihren Vorschulgruppen gehalten wurden, näher erforscht. Wir filmten die Interaktionen zwischen Lehrkräften und Kindern während mehrsprachiger Aktivitäten sowie die Mitwirkung der Eltern, z. B. beim Vorlesen eines Buches in der Herkunftssprache der Kinder. Im Februar 2021 organisierten wir eine Eltern-Lehrer-Konferenz, auf der wir die positiven Ergebnisse des Projekts vorgestellt haben.
Eine Fülle von Forschungsarbeiten haben gezeigt, dass das Engagement der Kinder, ihre positive Einstellung gegenüber der Schule und die enge Zusammenarbeit zwischen Elternhaus und Schule ihre schulischen Leistungen verbessern. Insbesondere zeigt die Forschung, dass Translanguaging ein vertieftes Denken fördert, vielfältige Identitäten bekräftigt, die Sprach- und Lesekompetenz stärkt und die soziale Gerechtigkeit voranbringt. Daher leistet das vorliegende Projekt auch einen Beitrag zu diesem Ziel.
*Auszug aus dem Projektantrag.
Projekt
Translanguaging-Programm für Lehrkräfte, die mit Kindern aus Sprachminderheiten im Vorschulalter arbeiten
Projektleiterin: Dr. Gabrijela Aleksić
Wissenschaftliche Mitarbeiterin: Džoen Dominique Bebić-Crestany
Lokaler Mentorin: Claudine Kirsch
Externe Mentorinnen: Ofelia García und Nancy Hornberger
Projektdauer: 01.02.2019. – 31.07.2021.
Unterstützt durch den Nationalen Forschungsfonds Luxemburg
C18-SC-12637907-TRANSLA-Aleksic

Photo credit : Bojan Petrović
Das Projekt TRANSLA entwickelt und durchgeführt von
Gabrijela Aleksić
ForschungswissenschaftlerGabrijela Aleksić UNIVERSITÄT LUXEMBURG Forschungseinheit: Sozial- und
Fakultät für Geistes-, Bildungs- und Sozialwissenschaften
Institut für Verhaltens- und Kognitionswissenschaften
Entwicklung der Lebensspanne, Familie und Kultur
Ich habe meinen Abschluss in Erziehungswissenschaften an der Universität Novi Sad, Serbien, und in Leadership und entwicklungsbezogener Jugendarbeit an der Universität von Jönkoping, Schweden, gemacht. Als junge Jugendarbeiterin war ich in den vom Krieg betroffenen Gebieten im ehemaligen Jugoslawien tätig, wo ich Workshops für Kinder gestaltete. Dabei begann sich mein Interesse für die frühkindliche Bildung und die kritischen Vorschuljahre zu entwickeln. Meinen Master-Abschluss in Psychologie machte ich an der Universität Luxemburg. In meiner Abschlussarbeit beschäftigte ich mich mit den kulturellen Unterschieden in Bezug auf Empathie, Selbstwertgefühl und Selbstoffenbarung bei Jugendlichen aus unterschiedlichen Ländern. Die Kulturpsychologie spielte bei meinen Forschungsarbeiten eine wichtige Rolle. Die Bedeutung der Herkunftssprachen von Einwandererkindern für deren schulischen Erfolg war der Schwerpunkt meiner Doktorarbeit an der Universität Luxemburg. Meine Dissertation wurde mit dem Preis für wissenschaftliche Exzellenz und Neuheit in allen Disziplinen ausgezeichnet. Im Laufe dieser Arbeit wuchs mein besonderes Interesse für die Themenbereiche frühes Lesen, Mathematik, sozio-emotionale Fertigkeiten und Mehrsprachigkeit von Migrantenkindern im Vorschulalter. Generell gilt meine Leidenschaft der frühkindlichen Bildung, der Entwicklung der Lesekompetenz, der Mathematik, den sozio-emotionalen Fertigkeiten und der Mehrsprachigkeit von Kindern im Vorschulalter. Der Kulturpsychologie gilt dabei mein besonderes Interesse. Um diese Themen in ihrer ganzen Bandbreite zu erforschen, entwickle ich interdisziplinäre Projekte, in die ich Migrantenkinder im Vorschulalter sowie deren Eltern und Lehrer einbeziehe. Interdisziplinarität, Verfügbarkeit, Neugierde, Empathie und geistige Flexibilität sind wesentliche Aspekte meiner Arbeit. In diesem Bereich zu forschen ist für mich hochinteressant, denn ich glaube an Entdeckung und Sharing.
THANK YOU
MERCI
DANKE
Iryna Verba, für die Texthilfe, Džoen Bebić-Crestany für die gesammelten Aktivitäten im Programm, Maristella Mangipinto für fantastische Illustrationen, Karine Gillon, die mich mit Maristella Mangipinto in Kontakt gebracht hat, und Jessica Domingues Mouro, Christiane Colbett und Helena Vieira Da Silva für die französische und deutsche Übersetzung. Außerdem möchte ich mich bei Lehrern, Eltern und Kindern bedanken, die an dem Projekt teilgenommen haben.
Abschließend möchte ich dem TRANSLA-Projektteam: Džoen Bebić-Crestany, Claudine Kirsch, Ofelia García und Nancy Hornberger sowie meinen beiden Studenten Iryna Verba und Miriam Ventura für ihre fantastische Arbeit in verschiedenen Phasen des Projekts danken.
Supported by
Supported by the Luxembourg National Research Fund (FNR)
(FNR C18-SC-12637907-TRANSLA-Aleksic)